Unterwegs: Kurztrip. Irgendwo angekommen.

Lange habe ich nichts mehr geschrieben. Ich habe trotzdem einen Stift in der Hand gehabt, aber keine Buchstaben aufs Papier gebracht, sondern mich in Formen und Farben ausgedrückt.

So ist das manchmal mit den kreativen Ausdrucksformen, sie wechseln. Aber so bleiben sie lebendig.

Um selbst wieder etwas lebendiger zu werden, habe ich mich gerade aus dem Alltagstrott herausgeholt. Ich bin für ein paar Tage im Harz, in der Nähe des Brockens.

Auf dem Weg in mein ausgesprochen kuschelig und liebevoll eingerichtetes Appartement inklusive eigener Sauna fuhr ich von Bad Harzburg nach Braunlage. Eine lange, geschwungene Strecke „über den Berg“. Ehemals mal ein großes Waldgebiet. Doch was ich heute sah, glich eher einer Landschaft aus einer Dystopie.

Das Wetter war trüb und diesig. Ringsherum kahle Fichtenstämme, abgebrochen, abgestorben. Tote Baumreste auf dem Boden, mahnende, abgeknickte Stämme, die vereinzelt  in der Landschaft stehen. So weit das Auge reicht.

Wetter, Borkenkäfer und menschliche Eingriffe haben hier deutliche Spuren hinterlassen.

Auf den ersten Blick.

Nachdem sich mein Auge nach dem ersten kleinen Schrecken an die Landschaft gewöhnt hatte, konnte ich etwas genauer hinsehen.

Und da waren sie, direkt am Straßenrand. Kleine, junge Bäumchen, die sich ihren Platz gesucht haben und aus den Ruinen ihre Kraft ziehen, um dem Himmel entgegenzuwachsen. Umsäumt von einigen Tannen. Und dort: ein paar grüne Büsche.

Dann wieder grau in grau.

Und wieder junge, tapfere Pionierbäume, die sich schon seit ein paar Jahren ihren Weg nach oben bahnen.

Das Leben findet eben immer einen Weg.

Während ich allein durch diese Landschaft fuhr, fühlte es sich plötzlich vertraut an.

Ist das nicht auch irgendwie ein Spiegel von dem, was gerade in mir drinnen passiert? Es wandelt sich so einiges. In meiner Gefühlswelt, in meinen inneren Ansichten. Die alten Ansichten haben „ausgedient“, sie sind abgestorben und nicht mehr hilfreich für mich. Aus dieser Erkenntnis heraus wachsen jedoch inzwischen meine neuen inneren Pionierbäume schon ganz kräftig heran.

Das ist Transformationszeit.

Und die Natur, durch die ich gerade fahre, macht das auch.

Sie braucht halt nur etwas mehr Zeit dafür.

Wenn ich dann weiter denke, wohin mich mein Weg durch diese Dystopielandschaft geführt hat:

In ein ganz zauberhaftes Appartement, das wie für mich gemacht zu sein scheint.

Ich wurde beim Eintritt mit eingeschaltetem, dezentem Licht und entspannter Musik begrüßt, es war wahrlich ein warmes Ankommen in einer ganz wunderschön eingerichteten Wohnung.

Genau passend für mich und meine aktuellen Bedürfnisse.

Wenn wir genau hinschauen, sehen wir es:

Irgendwo zwischen all dem Grau wächst schon längst das, was uns trägt.

Oh, hallo 👋
Schön, dich zu treffen.

Trag dich ein, wenn du über meine neuesten Blogbeiträge informiert werden möchtest.

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert